10 Februar 2005

Turtle Bay Country Club - Universal Monstershark

Schnell...noch 20 Sekunden...*klick klick*...3..2..1..meins. Wieder geht ein Schnäppchen auf ebay an meine Adresse. Diesmal hatte ich einen Blindkauf getätigt - hatte vorher noch nie vom Turtle Bay Country Club gehört. Als das Päckchen dann auf meinen Tisch zerrissen neben der CD lag, nahm ich selbige näher in Augenschein. Sieht ganz schick aus...Cover und Booklet sind sehr schlicht aber ebenso stylisch gehalten. Das Pappcover mit eingeklebten Plastik-CD-Halter macht schon was her und vorallem neugierig. Die CD rotiert im Player und die ersten Schallwellen des Intro "Funki" erreichen mein Ohr. Die CD beginnt schon mal sehr chillig. Nach dem Intro erklingt "Truly", das von Onejiru besungen wird. Angenehme Stimme. Beim gleichzeitigen Überfliegen des Booklets fällt mir auf, dass ein gewisser M. Arfmann an jedem Stück Hand angelegt hat - deshalb also "feat. Onejiru". Nach einer kurzen Recherche im Internet war mir meine Wissenlücke offenbar. Mathias Arfmann hat schon 150 LPs (mit)produziert und Größen wie Jan Delay, Absolute Beginner, Patrice und Seeed unterstützt. Dabei hat er Hamburg seinen Stempel aufgedrückt und Hamburg wär wohl ohne ihn nicht das, was es musikalisch ist. Die nächsten beiden Stücke "Blue" und "Let loose" gehen in eine ähnliche Richtung wie "Truly". Sehr ruhig aber dennoch kraftvoll. Dann beginnt Titel Nummer 5. Jan Delay steht als Feature da. Allerdings bin ich doch sehr überrascht wie der gute Eißfeldt da singt. Seine verschnupfte Hamburger Nase hat er zu Hause gelassen und er singt hoch und glasklar auf diesem Track. In der Hook gibt's schöne Gitarren, die dem Stück Energie geben - gefällt mir sehr gut. "Heaven" und "Silicon" gehen ebenfalls wie die vorherigen Lieder als hervorragende Chilltracks durch, wobei "Heaven" ruhiger als "Silicon" ist. Wer jetzt noch nicht relaxt wie ein Daunenbett ist, dem erzählt Tony Cook die Geschichte des "Business of music". Minimalistischer Beat mit Funkgitarre trifft einen basslastigen Geschichtenonkel - wunderbar. Also sitze ich nun extrem gechillt in meinem Nicht-stören-Stuhl und warte auf das nächste Lied. Und dann *bam* - Gitarren ohne Ende schrabbeln in den Boxen - unterbrochen von ruhigen Zwischenstücken. Angenehme Überraschung, die natürlich eine gewisse Toleranz Rock gegenüber voraussetzt. "So sehr" wird von Schorsch Kamerun besungen uns ist recht funky. Das macht seine Geschichte über Eliten und Gesellschaft sehr unterhaltsam. Nach "So sehr" kann man sich wieder zurücklehnen. Die letzten beiden Tracks laden wieder zum entspannen ein und gehen leicht in Richtung Elektro. Danach kommt das Outro. Die CD ist zu Ende. Fassen wir zusammen: Universal Monstershark ist ein sehr ruhiges, musikalisch ausgereiftes Album, das sich der veschiedensten Genres bedient. Wer mal Abseits von Gin & Juice oder Loungin' chillen will und offen für non-Hip Hop Musik ist, der kann hier bedenkenlos zugreifen. Ich drück' jetzt auf Repeat und lehne mich zurück - sollte man öfters machen. www.turtlebay.de